Wien 2010
Ephesos Museum Wien
Das Wiener Ephesos Museum war ein weiterer Zwischenstopp auf unserer Studienfahrt.
Vielen sagte der Name „Ephesos“ erst mal nichts. Aber das änderte sich schnell. Wir erfuhren, dass Ephesos eine Stadt an der türkischen Ägäisküste ist und zu den größten Städten der antiken Welt zählt. Groß wurde die Stadt durch den Handel, der möglich war durch die unmittelbare Nähe zum Meer. Als sich dieser geringe Abstand zum Meer allerdings durch naturbedingte Faktoren, wie z.B. Versandung und Sandstürme, vergrößerte und so den Handel erschwerte, war Ephesos dem Untergang, bzw. der langsamen Wandlung zu einer Ruinenenstadt, geweiht.
Die Ephesos - Sammlung existiert seit dem 19. Jh. und wurde lange Zeit nur provisorisch ausgestellt, z.B. in Sonderausstellungen im Kunsthistorischen Museum, zu dessen Antikensammlung das Ephesos Museum gehört. Im Jahre 1978 wurde die Sammlung dann ausgelagert und fand in der Neuen Burg einen geeigneten Ausstellungsort.
Abb.1) Neuer Ausstellungsort: Neue Burg
Wir wurden von einer jungen Frau, die selbst als Archäologin an den Ausgrabungen in dieser Stadt beteiligt war, durch das Museum geführt. Sie selbst war an dem Thema natürlich sehr interessiert und erzählte mit großer Begeisterung, die unser Interesse weckte, von der Geschichte dieser Stadt.
Österreichische Archäologen arbeiteten bereits seit 1895 daran die Überreste der einst
200 000 Einwohner großen Stadt Ephesos freizulegen. Die Motive für die damaligen Ausgrabungen ging von den Königs-, bzw. Kaiserhäusern aus, die durch die erhofften Funde großen Reichtum erwarteten, der allerdings ausblieb. Anstelle des finanziellen Reichtums, kamen in den fast 100 – jährigen Ausgrabungen Funde zu Tage, die viele Fragen zu der antiken Stadt beantworteten und so einen „Reichtum für die Forschung und Wissenschaft“ darstellen. Daher wurden die Ausgrabungen bis heute weiter geführt.
Heute sind in dem Museum, das die Leiterin unserer Führung selbst als „noch unsortierte Ansammlung und Ausstellung aller Funde“ bezeichnete, viele Stücke zu sehen, die die Stadt vor dem geistigen Auge ein Stück weit aufleben lassen.
Ein Modell der Stadt und der Umgebung (Abb. 2) gibt einen genauen Überblick über die Lage der Stadt und wie die einzelnen Stadtteile aufgebaut waren, wo einzelne Veranstaltungen statt gefunden haben o.ä. All diese Dinge lassen sich in dem ausgestellten Modell erkennen.
(Abb.2 Modell der Stadt)
Unter den anderen, bedeutenden Ausstellungsstücken befindet sich auch der Giebel (Abb.3) der Celscus – Bibliothek, welche mittlerweile eine der größten Touristenanlaufstellen in der Türkei ist.
(Abb.3 Giebel der Celsus – Bibliothek)
Insgesamt verschafft das Museum durch die interessant gestaltete Führung, die vielen antiken Gebäudeüberreste und die Geschichten, die jedes einzelne Ausstellungsstück hinter sich verbirgt, einen guten Überblick über die bis dahin teilweise unbekannte Stadt von ihrem Anfang bis hin zu ihrem Untergang, bzw. ihrer Zerstörung durch die natürlichen, klimatischen Bedingungen.
Marvin Mente
Das Jüdische Museum Wien
Unsere Museumstour durch Wien begann gleich am 2. Tag mit dem Jüdischen Museum. Da wir nach dem anstrengenden Anreisetag endlich geschlafen hatten, waren wir auch alle wieder aufnahmefähig für Informationen. Unsere Museumsführerin Hannah machte sofort einen sympathischen Eindruck und klärte uns über die Geschichte des Museums auf. Das Jüdische Museum im Palais Eskeles wurde 1895 von zehn jüdischen Intellektuellen gegründet und 1993 neu eröffnet.
Los ging es mit dem Schaudepot, welches kein Ausstellungsraum im eigentlichen Sinne ist. Hier konnten wir Einblicke in die gesamten Bestände (über 5000 Objekte) des Jüdischen Museum gewinnen und z.B. Hunderte Schofarhörner, Torakronen und Chanukkaleuchter bewundern. Dazu muss man sagen, dass die Bestände aus vier verschiedenen Sammlungen zusammengesetzt sind, wobei die Sammlung von Max Berger besonders hervorgehoben wurde. Denn wer sammelt schon sein Leben lang wichtige und auch nicht so wichtige Stücke aus jahrhundertealter, jüdischer Kultur?
Ganz wichtig für uns war, dass es keine einzigen Einblicke der jüdischen Geschichte in Verbindung mit dem Holocaust gab. „Das Jüdische Museum legt vor allem Wert darauf, dass die jüdische Kultur und Religion vermittelt wird“, erklärte uns unser Guide Hannah.
Danach widmeten wir uns der eigentlichen Ausstellung, nämlich „Die Türken in Wien“. Die sefardischen Türken haben in Wien eine sehr lange Tradition, nachdem sie 1492 aus Spanien verwiesen wurden und unter anderem kulturell und wirtschaftlich wichtige Gemeinden auf dem Balkan gründeten. Doch erst mit den Friedensverträgen zwischen dem Habsburger und dem Osmanischen Reich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehörten die türkischen Juden richtig zu Wien.
Die sefardischen Juden festigten ihren Ruf als Vermittler zwischen Asien und Europa, indem sie als Händler und Kaufleute Waren in den Westen importierten. Doch sie erschufen auch eine sefardische Presse in Wien und machten die arabische Philosophie und Medizin für die westliche Welt erfahrbar.
All dieses wurde ausgestellt in 5 Räumen... und es war echt interessanter als es klingt. Besonders die musikalischen Beiträge wurden gelobt.
Alles in allem war es eine informative und mitreißende Führung, die uns die Welt von den Türken in Wien jedenfalls ein bisschen verstehen ließ.
Von Sybille. Laura, Julia, (Alexandra)
Stand: 06. Juli 2010
Verfasser:
Uploaded von: Susanne Horzela
Uploaded von: Susanne Horzela